Blutzucker Selbstkontrolle

Zu einer erfolgreichen Diabetes-Therapie gehört heute selbstverständlich das regelmässige Messen des Blutzuckers durch den Diabetiker selbst. Da der Blutzuckerspiegel im Verlauf des Tages ständig schwankt, ist es wichtig zu wissen, wann ein erhöhter und wann ein womöglich zu tiefer Blutzucker vorliegt.

Nur wer über seine Werte Bescheid weiss, kann Entscheidungen treffen, die darauf basieren. So ist das Messen zum Beispiel vor einer langen Autofahrt unabdingbar, um das Risiko einer Hypoglykämie zu vermindern. Seine Blutzucker-Werte zu kennen, hilft auch, Diät-Pläne einzuhalten, Sport und Bewegung entspannt anzugehen und vieles mehr.

Weniger Komplikationen dank Blutzucker-Messen

Das Messen des Blutzuckers ist kein zusätzlicher "Luxus", den man sich als Diabetiker erlaubt, um kleine Entgleisungen zu erkennen. Es ist ein zentraler Bestandteil der Therapie. Studien haben gezeigt, dass regelmässig messende Diabetiker deutlich weniger mit Folgekomplikationen (bis hin zu Amputationen) zu kämpfen haben - indirekt spart das Blutzucker-Messen also sogar Kosten, ganz abgesehen vom Dienst an der Gesundheit.

Sinnvolle Messrhythmen

Eine Frage, die Diabetiker häufig beschäfigt, lautet: Wie oft muss ich denn messen? Leider gibt es keine generelle Antwort darauf. Wie oft man den Blutzucker misst, ist individuell unterschiedlich. Es hängt von den Medikamenten ab, ob man Insulin spritzt oder nicht, sehr sportlich ist, welcher Altersgruppe man zugehört und vieles mehr. Rat weiss jeweils Ihr Arzt, der Ihnen aufgrund Ihrer Medikamente und persönlichen Erfahrung konkrete Mess-Rhythmen nennen kann. Mit Sicherheit gilt: Wer sich unwohl fühlt, sollte messen. Es ist schnell erledigt und nur durch das Messen des Blutzuckers lässt sich eine Hypoglyämie (Unterzuckerung) definitiv feststellen und verhindern.

Sinnvolles Messen: Muster und Rhythmen, nicht Zufall

Obwohl jeder Diabetiker seinen Blutzucker anders misst, gibt es doch einige grundsätzliche Regeln. Zum Beispiel, dass sinnvolles Messen in gewissen Mustern geschieht, zum Beispiel in Tagesprofilen. Anstatt jeden Tag zwei bis drei Mal unregelmässig zu messen, werden konkrete Profile mit festen Tageszeiten empfohlen. Die Empfehlungen stammen von der International Diabetes Federation, der weltweiten Diabetes-Gesellschaft. Welches Profil möglicherweise für Sie sinnvoll wäre, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Ein Beispiel für ein Messprofil sehen Sie unten:

Tipps zum Blutzucker-Messen

Das Blutzucker-Messen ist eine notwendige, aber unangenehme Sache. Regelmässig muss man sich in den Finger pieksen, Messgerät sowie Zubehör müssen immer dabei sein und gerade in der Öffentlichkeit zieht das Messen Blicke auf sich. Mit einigen der negativen Aspekte muss man leben - andere kann umgehen oder sich das Leben deutlich erleichtern, wenn man einfache Tipps befolgt.

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HbA1c

Als Ergänzung zum normalen Blutzucker-Messen gibt es den HbA1c-Wert. Er wird normalerweise beim Arzt gemessen und zeigt im Gegensatz zur Blutzucker-Messung einen längerfristigen Trend an. Der HbA1c-Wert wird in Prozent angegeben, der Zielwert für Diabetiker liegt bei 6%-7%.

Wieso braucht es den HbA1c-Wert?

Eine Blutzucker-Messung zeigt nur den Jetzt-Zustand an. Da der Blutzucker aber, abhängig von Bewegung, Ernährung und Medikamenten, ständigen Schwankungen unterworfen ist, braucht es einen Durchschnittswert. Diesen liefert der HbA1c-Test. Dabei wird gemessen, wieviel Zucker den roten Blutkörperchen im Blut anhaftet, die eine Lebenszeit von ungefähr drei Monaten haben. Je höher der Blutzuckerspiegel, desto mehr Zucker findet sich an den roten Blutkörperchen. Damit lässt sich eine Aussage über den Durchschnitt der letzten drei Monate machen. Studien* haben gezeigt, dass selbst kleine Senkungen des HbA1c-Wertes deutliche positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Diabetiker haben. Ein tiefer HbA1c-Wert verhindert Komplikationen des Diabetes wie Augenerkrankungen sowie Nieren- oder Nervenstörungen. Es wird deshalb empfohlen, den Test zwei bis vier Mal pro Jahr zu machen.