Neudiagnose

Diabetes bricht nicht von heute auf morgen aus. Im Durchschnitt wird Diabetes erst nach sieben Jahren (Typ 2) diagnostiziert. Bis dann kann es aber bereits zu Folgeschäden an Blutgefässen, Nieren oder Augen gekommen sein. Deshalb ist es wichtig, genau auf mögliche Symptome zu achten: Müdigkeit, zum Teil Schwindelgefühle, starker Durst, häufiger Toilettengang und Gewichtsverlust sind typische Hinweise auf eine mögliche Diabetes-Erkrankung.

Eine definitive Diagnose wird der Arzt durch das Überprüfen des Blutzuckers machen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden Augen, Füsse, Nieren- und Blutwerte untersucht, um womöglich bereits vorhandene Folgeschäden zu diagnostizieren.

Um Diabetes möglichst früh zu erkennen, macht es Sinn, ab einem Alter von 40 Jahren regelmässig den Blutzucker zu überprüfen. Dies kann beim Arzt oder in einer Apotheke geschehen. Natürlich ist es auch möglich, sich selbst ein Blutzucker-Messgerät zu kaufen und ab und zu einen Test durchzuführen.

Vielleicht waren Sie bei einer Routineuntersuchung. Oder Sie haben wegen Schwindelgefühlen und Müdigkeit den Arzt aufgesucht. Niemand denkt bei solchen Gelegenheiten an Diabetes. Deshalb ist die Diagnose für jeden Betroffenen zuerst ein Schock. Diabetes ist eine lebenslange Krankheit. Eine Diagnose bedeutet, dass der Diabetiker täglich (mehrmals) Medikamente oder Insulin nehmen muss, seine Ernährung umstellen und auf einen gesunden Lebensstil achten sollte. Nicht jeder Diabetiker kann sich an die neuen Lebensumstände gleich gut anpassen. Einige haben mehr Mühe als andere, sich den alltäglichen Herausforderungen zu stellen, die Diabetes mit sich bringt.

Die Reaktion auf eine Diabetes-Diagnose ist entsprechend bei jeder Person unterschiedlich. Manche finden sich davon ab und integrieren Diabetes relativ schnell in ihren Alltag. Andere befassen sich intensiv damit, um mehr über sich und Diabetes herauszufinden. Und wieder andere verdrängen die Tatsache, weil der Umgang mit der psychisch Krankheit schwerfällt oder das Blutzucker-Messen oder Insulin-Spritzen Mühe macht.

Wissen und Erfahrung helfen weiter

Diabetes ist komplex und fordernd. Genau deshalb macht es Sinn, sich intensiv damit auseinander zu setzen. Jeder Mensch reagiert individuell auf Diabetes und bei jedem Diabetiker entwickelt sich der Zucker anders. Je mehr man darüber weiss, desto einfacher ist es, damit umzugehen. Es lohnt sich, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Zum Beispiel, wie der eigene Körper auf welche Nahrungsmittel (und welche Mengen) reagiert. Wie regelmässig man den Blutzucker misst und in welchen aussergewöhnlichen Situationen men zusätzlich vorsichtig sein sollte (Stichwort Autofahren). In welcher Form Bewegung am besten für die Gesundheit ist. Viele der drängenden Fragen lassen sich mit einem Arzt, Diabetologen oder Diabetesberater besprechen. Aber Diabetes bedeutet am Ende immer auch Verantwortung und Selbstdisziplin: Sich auf einen gesunden Lebenesstil einzulassen, Fruchtsaft oder Zucker für den Notfall dabei zu haben oder zu Wissen, in welchen Mengen man Alkohol trinken darf.

Diabetes ist weltweit verbreitet, besonders in den westlichen Industrieländern. Auch in der Schweiz gibt es viele Diabetiker: geschätzte 300'000 Menschen leben hier mit Diabetes. Man geht allerdings davon aus, dass rund die Hälfte davon nichts weiss. Da es durchschnittlich sieben Jahre dauert, bis Diabetes diagnostiziert wird, leben in der Schweiz tausende von Menschen mit Diabetes, ohne es zu ahnen.

Beratung, Hilfe und Gespräche finden Diabetiker nicht nur bei Fachpersonen, sondern auch über zahlreiche andere Wege. Es gibt in der Schweiz kantonale Diabetesgesellschaften, wo man als Diabetiker Mitglied werden kann. Die kantonalen Organisationen werden in der Schweizerischen Diabetes-Gesellschaft mit über 20'000 Mitgliedern zusammen gefasst. Wer sich weiterbilden möchte, findet auf dem Markt zahlreiche Publikationen rund um Diabetes. Von der Ernährung (Rezeptesammlungen und Tipps) über die Bewegung bis hin zu wissenschaftlichen Themen deckt die Diabetes-Literatur alles ab. Wer sich mit anderen Diabetikern unterhalten und austauschen möchte, findet Selbsthilfegruppen über die kantonalen Diabetes-Gesellschaften.

Online-Communities und Treffpunkte

Auch im Internet finden sich zahlreiche Foren, Communities und Treffpunkte für Diabetiker. Wir stellen exemplarisch ein paar Angebote vor:

  • diabetes-friend.de
    Bei Diabetes-Friend finden Sie andere Menschen mit Diabetes oder Angehörige zum Kennenlernen, spontan diskutieren, zum Erfahrungsaustausch, für Flirt oder Freizeitgestaltung.
  • seniorweb.ch
    Seniorweb ist eine Community für Menschen in der dritten Lebensphase und Organisationen, die sie dabei unterstützen. Die Webseite ist nicht Diabetes-bezogen, bietet aber viele interessante Inhalte für Senioren.
  • diabetesclub.ch
    Ein Schweizer Forum von Diabetikern für Diabetiker. Zum Austausch von Erfahrungen, Tipps und Neuigkeiten mit Menschen, die ähnliche Probleme und Anliegen haben.
  • diabetesDE.org
    Die Website der deutschen Diabetesgesellschaft und des Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) ist äusserst umfangreich und wird täglich aktualisiert. Trotz Fokus auf Deutschland auch für Schweizer Diabetiker eine gute Informationsquelle.